Dienstag, 10. März 2015

Probleme...

...sind in Wirklichkeit Lösungen...

Hä?????


Angenommen... ein Klient kommt zum Coaching, weil er es  nicht schafft, früher als 9 Uhr auf seiner Arbeitsstelle anzukommen. Göttin - sei - Dank gibt es Gleitzeit.... Ein "Problem" wird deshalb daraus, weil der Klient nachmittags keine Zeit mehr hat für die schönen Dinge (gut, um zum Lago  Maggiore zu fahren - s.o. - brauchte er mehr als einen freien Nachmittag. Aber natürlich gibts auch hier schöne Ecken! Schönere als den Arbeitsplatz.). Also will mein Klient natürlich im Coaching eine neue Strategie fürs rechtzeitige Aufstehen erarbeiten. Recht schnell wird klar, dass er mit dem späten Arbeitsbeginn eine Lösung für das darunter liegende, wirkliche Problem gefunden hat: seine Arbei t langweilt ihn und er hat das Gefühl totaler Sinnlosigkeit. Auf keinen Fall möchte er jemals so werden wie die älteren KollegInnen, die immer schon um halb Acht beginnen. Sein Unbewusstes hat die Lösung "light" gefunden: wenn ich später komme, dann bin ich wenigstens nicht so ein "Spießer" wie die KollegInnen und die Gefahr, auf diesem Arbeitsplatz alt zu werden, wird geringer. Ein Lob dem Unbewussten!!! Ähnlich funktionieren auch Probleme wie "zu dick sein", "nicht erfolgreich sein" oder "Aufschieberitis" als ProblemLÖSER für die echten, wirklichen Einschränkungen. Habt Ihr das schon mal ähnlich erlebt?

PS... Klappen Strategien?

Mechthild von Scheurl - Defersdorf von Lingva Eterna schlägt vor, statt des Wortes "klappen" (das einen harten Klang wie eine zufallende - eben: Klappe hat..) lieber das Wort "gelingen" zu benutzen. Und wirklich: sprecht einmal laut: "Es hat mal wieder nicht geklappt!" und "Es ist mir nicht gelungen!" - da entstehen andere Bilder und Gefühle im Kopf- oder?

Strategien

... Eigentlich... wollte ich ja jede Woche ein NLP - Format laden, hat leider nicht geklappt... dafür gibts jetzt einen Ausschnitt aus meinem Handout von gestern Abend zum Thema Strategien, ist doch auch was, ganz bequem zu Hause eine kleine NLP - Lektion genießen und vielleicht auch gleich anwenden?


Strategien

Strategie – Arbeit ist ein Kernstück der NLP – Arbeit. John Grinder und Richard Bandler haben damit begonnen, sich die Strategien erfolgreicher Kommunikation anzuschauen und diese zu „modellieren“ (= sie zum Modell zu nehmen und dieses dann zu kopieren).
Strategien sind Handlungsanweisungen oder besser noch Baupläne für jede unserer Handlungen: ich habe eine Strategie zum Kuchenbacken, mein Mann hat eine Strategie, Maschinen aufzubauen, meine Tochter hat eine Strategie, das Enkelkind ins Bett zu bringen – wir haben eine Strategie, mit Problemen nicht nur fertig zu werden, sondern auch eine, sie zu erkennen, eine Strategie zu essen (ohne zuzunehmen?) und uns zu bewegen und Auto zu fahren.

Oder eben auch Strategien zu scheitern: den Schreibtisch NICHT aufzuräumen. Die Prüfung NICHT rechtzeitig vorzubereiten. Zu essen (und zuzunehmen…):

Bauplan jeder Strategie (also die Meta – Strategie für Strategien) ist das T.O.T.E. – Modell.

T -> steht für Test und heißt: eine Strategie beginnt mit einem Ist – Soll – Vergleich: der Ist – Zustand ist nicht mehr im Gleichgewicht und ich will zu einem Soll – Zustand hin. Beispiel: Ich habe Hunger. Ich will satt werden.

O-> steht für Operation und heißt: aus dem Ist – Soll – Vergleich entwickele ich eine geeignete Handlung um vom Ist zum Soll zu gelangen. Beispiel: Ich esse.

T -> steht wieder für Test: ich prüfe nach einer gewissen Zeit, ob ich mein Soll erreicht habe. Beispiel: bin ich gesättigt? Oder knurrt mein Magen noch.

E -> steht für Exit; ich beende die Strategie, wenn ich Soll erreicht habe. Sprich: meine Handlung, die zugeschnitten war auf diese Ist – Soll – Angleichung findet ein Ende. Vielleicht beginne ich die nächste Handlung. Vielleicht auch nicht. Beispiel: ich höre, wenn ich gesättigt bin, auf zu essen.

Zum T.O.T.E. Modell gehören noch ein paar „Ornamente“, damit es ein NLP – Modell wird. D. h., Bandler und Grinder haben auch diese Strategie angeschaut und sich überlegt: was macht erfolgreiche Strategien aus. Dabei haben sie das Folgende herausgefunden:

1.      Es ist wichtig, sich das „Soll“  sprich das Ziel genau klar zu machen (so wie wir es am zweiten Abend getan haben). Weil wir sonst in die falsche Richtung gehen. Bsp.: ist mein Ziel wirklich SATT werden? Oder ist mein Ziel eigentlich: zufrieden sein, Wärme, Glück, Ablenkung oder etwas Ähnliches?
2.      Die Testkriterien müssen mit dem Ziel abgestimmt werden: eine rein visuelle Hemdenkaufstrategie wird schief gehen, eine auditive Einparkstrategie ebenso.  Also: wie überprüfe ich meine Ergebnisse? Wenn ich für eine Prüfung lernen muss, woher weiß ich, dass ich das Richtige lerne z.B.? Wie sieht ein aufgeräumter Schreibtisch aus? Woher weiß ich, wie „Rhythmus“ geschrieben wird? Und (Bsp.): wie fühlt sich „satt“ an? (Nicht: Wie sieht ein leerer Teller aus…) 
3.      Ich brauche gute Glaubenssätze, die meine Strategie unterstützen; wenn ich nicht glaube, dass ich zu einem guten Ende gelangen werde oder wenn ich glaube, dass ich selber eh dazu verurteilt bin, xy zu sein, dann kann ich das Ziel nicht erreichen. Meine Ressourcen und Glaubenssätze müssen mir also klar sein und notfalls auch extern gestärkt werden, bzw. die negativen Glaubenssätze sollen angepasst werden. Bsp.: Wenn ich glaube, dass „Essen“ mich glücklich macht und sonst nix, dann werde ich sicher nicht aufhören zu essen, wenn ich gesättigt bin, sondern erst, wenn ich glücklich bin.
4.      Die Operationen, die ich bis zum Exit durchführe, müssen am Ziel orientiert sein. Es hilft nichts, Solitäire auf dem PC zu spielen, wenn ich eigentlich meinen Schreibtisch aufräumen will. Oder – wie im Beispiel – es hilft nichts, zu essen, bis ich glücklich bin, wenn ich eigentlich satt werden will – oder umgekehrt. (Vielleicht ist „Essen“ auch nicht die richtige Operation, um glücklich zu werden?).
5.      Das Ende (und auch der Startpunkt) einer Strategie sollte klar sein. ENDE heißt ENDE. Und der Start einer Strategie kann z. B. entscheidend sein dafür, ob ich mein Ziel überhaupt erreichen kann: eine gute Aufstehstrategie beginnt am Abend vorher. Oder in unserem Beispiel: eine Satt – Ess – Strategie beginnt in dem Moment, wenn ich das Essen plane: was muss ich kochen, damit ich satt werde.
6.      Zu viele Schleifen sind schlecht und lassen die Strategie scheitern. (Damit ist die 80/20 Regel von Pareto gemeint… z.B.). Das heißt, die Anzahl der Mikro – Strategien sollte der großen Strategie angemessen sein. Wenn ich das Ziel habe : Eine Maschine bauen, dann wird es mehr Mikrostrategien geben als beim Ziel: einen Kuchen backen.
7.      Eine gute Strategie hat immer K+ zum Ziel, also: ein gutes Gefühl am Ende ist die wichtigste Motivation, um überhaupt anzufangen!

Beispiel „Eine gute Strategie!“

T1 -> Heute Nachmittag bekomme ich Besuch von meiner Tochter, ich habe ihr einen Kuchen versprochen – ich habe keinen Kuchen da, also: backe ich einen. Zielbild: unser Standardkuchen, mit weißer Schokolade.
Unterstützende Glaubenssätze und Werte: Ich kann gut backen. Ich kann leckeren Kuchen backen. Meine Tochter ist glücklich, wenn Mama Kuchen backt.  Gemeinsames Essen stärkt die Bindung. Kuchen essen ist gemütlich, Gemütlichkeit ist schön.
O -> Ich stelle alle Zutaten bereit und vergleiche mit meinem „inneren“ Rezept (V/A/>K): Butter, Mehl, Backpulver, Eier, Zucker, Schokoguss – kurze Überlegung: was mache ich dazu, was habe ich noch da (Mikrostrategie: schaue in den Schrank, Nüsse und Trockenfrüchte sind da, probiere, hm, lecker: V/G/K); ich mache den Backofen an, hole die Form heraus und die Küchenmaschine. Ich fette die Form ein. Ich mixe Butter, Zucker, danach Eier. Dabei folge ich einem auditiv vorgetragenen Plan, der sich an einem inneren Bild orientiert. Ich rühre das Mehl, das Backpulver, die Nüsse und die Früchte unter. Dann fülle ich alles in die Form und schaue nach der Backtemperatur und auf die Uhr (V). Alles gut, Kuchen kommt
in den Ofen. Währenddessen stelle ich die Schale mit dem Schokoguss ins Wasserbad und stelle dieses auf den Herd
T2 ->Nach 45 Minuten stecke ich ein Holzstäbchen in den  Kuchen (K/V): es klebt noch Teig dran, also

O2 -> noch 5 Minuten.

T3-> s. T2.

O3 ->  Ich hole den Kuchen raus und lasse ihn abkühlen –

T4 ->Fingertest (K), dann

O4 -> der Guß kommt drauf und ich verziere das Ganze mit Beeren, Nüssen und etwas geriebener Zitronenschale.

T5 -> sieht lecker aus (V) -> ich fühle mich gut, weil ich mich auf Tochter, Kuchen und Kaffee dazu freue! (K+++)


Freitag, 27. Februar 2015

Wie siehts aus mit Lästern?

... Oh, wei!
Zunächst hatte ich mir ja vorgenommen, für jedes Mal "Lästern" bzw. (schönere, "buddhistischere" Formulierung) Urteilen einen Tag hinten an die 7 Wochen dran zu hängen...- mittlerweile muss ich schon in 2017 angekommen sein, also habe ich mir die "Strafe" geschenkt und arbeite lieber daran, zu erkennen, WAS genau eigentlich passiert, wenn ich urteile. Und siehe da (jaja, ich weiß, dass es eine triviale Erkenntnis ist, aber selbst die trivialsten Erkenntnisse wollen erstmal GESEHEN werden...): das Urteilen hat gar nix mit dem vermeintlichen Fehlverhalten meines Gegenübers zu tun sondern damit, dass MIR sein Verhalten (oder sein Aussehen oder seine Äußerungen) auf die Nerven gehen. Nicht mein Gegenüber ist der Idiot, ICH selber bin in solchen Situationen extrem unentspannt und werde in meinem normalen "Psycho" - Trott gestört: mein Gegenüber tut oder sagt etwas, dessen Beantwortung oder Bewältigung MICH Anstrengung kostet. 

Beispiel gefällig? Auf dem Rückweg von Paderborn hat mich heute jemand so überholt, dass ich mit den rechten Reifen schon aufs Bankett kam - ich fuhr eh schon auf dem Seitenstreifen... "Du verdammter Blödmann... (die anderen Ausdrücke sind nicht Internetfähig...:-)). Anstatt zu denken: "Jemand hat mich so eng überholt, dass ich ganz rechts fahren musste, worauf ich ängstlich wurde, ob ich auf der Straße bleiben könne" dachte ich: "Der Idiot hat mich abgedrängt und ist schuld, wenn ich einen Unfall baue, der kann wohl nicht fahren!" Unterschied klar? Nr. 1 bringt mich dazu, mir schnell eine Strategie auszudenken, wie ich die Situation sicher überstehe, Nr. 2 bringt mich dazu, mir zu überlegen, ob ich ihm einen Vogel zeige, ob ich hupe, wie sehr ich schreie etc. Nr. 1 geht also in Richtung: löse Deine Probleme selber. 

Heute auf FB gesehen (ein Post von Willigis Jäger): "Wenn wir nicht ständig in der Auseinandersetzung mit unseren Emotionen verwickelt sind, erwächst uns neue Kraft für die Suche nach unserem wahren Wesen."

Jetzt erkenne ich also, warum ich das 7 Wochen ohne Programm wirklich mache...

Apropos "Wahres Wesen": hier kann man Enten bestaunen, die nach ihrer Befreiung aus einem dunklen Massenstall feststellen, dass sie Enten sind - achtet auf den Moment, als sie Wasser und Wiese erobern. Großartig!

Sonntag, 22. Februar 2015

+Elie Levy

+Elie Levy hat dieses Mal die Einführungsveranstaltung der KVHS Holzminden zum neuen Semester bestritten mit einem durchaus unterhaltsamen Vortrag von 1,5 Stunden - der allerdings nicht so superviel Neues brachte. Aber: das Nicht - Neue war prima präsentiert - auch davon kann frau ja lernen.
Was mich verblüffte: er führte die Forschungsergebnisse von Amy Cuddy (s.u.) vor - allerdings ohne sie namentlich zu erwähnen. So ist das wohl, wenn Du selbst berühmt bist, dann zitierst Du nicht mehr sondern wirst zitiert...

An meine Seminarteilnehmer werde ich die Sache mit dem Händedruck weiter geben: Hand oben -> Dominanz (Ha! also nicht im Vorstellungsgespräch tun...), Hand unten und tätscheln -> jemandem mal die Führung überlassen, als Bonbon für gute Leistung z.B. - und: achtet im Bewerbungsgespräch auf Eure Füße! "Einfach" hinstellen reicht - aus allen anderen Positionen kann das Gegenüber Göttin - weiß - was heraus lesen. Aha!

Ich merke auch, dass ich als +NLP lerin etwas offener an Körpersprache herangehe, speziell im +Coaching. Ich versuche eher heraus zu finden, was jeder einzelne in SEINER Landkarte mit einer bestimmten Position verbindet: Sind verschränkte Arme wirklich immer Abwehr? Oder kann der Händedruck mit Hand oben auch bedeuten, dass jemand einfach 30 cm größer ist als ich?

Wie immer: im +Coaching gehts um Absicht und Wirkung, nicht um Wahrheit!

Wer zeigt hier wohl durch Körpersprache, dass er mit der weißen Hündin anbandeln darf - und auch wird?


So - und nun mache ich mich mal ans Einsprechen der Wunderfrage, damit Ihr das Podcast heut noch bei Youtube finden könnt. Morgen gehts nämlich weiter mit der +"Aufschieberitis" - freu ich mich schon drauf. Und da brauchen wir die "Wunderfrage".




Dienstag, 17. Februar 2015

Amy Cuddy

Heute im +Kommunikation s - Unterricht in der Sprachwerkstatt sprachen wir noch einmal über das Video vom TED - Vortrag von Amy Cuddy, das ich vor einem Jahr (13.01.2014) hier gepostet habe.

Danach übten wir ein "+Vorstellungsgespräch" und die TeilnehmerInnen fragten mich, ob sie vorher auf die Toilette gehen sollten, um die Power Poses einzunehmen... Tja! Why not!

Es kommt immer so lustig rüber, dieses "Fake it till you make it" - aber hat jemand es mal wirklich ausprobiert? Wie ist es, einfach mal für fünf Minuten eine Power Pose einzunehmen und dann in eine vorher angstbesetzte Situation zu gehen? 


Sie braucht kein Training in Power Positions... sie ist immer gerade richtig angespannt oder - lässig!


Oft hören wir uns solche netten, gut gemachten Vorträge ja an, ohne dass  sie in unserem eigenen Verhalten irgendeine Folge haben: ja, mag sein, dass das funktioniert, aber bei mir nicht... (aus DIESEN überaus schwerwiegenden Gründen: zu alt, zu jung, zu dick, zu ... kann dies nicht und das schon gar nicht und im übrigen sind die Amerikaner eh alle so oberflächlich...:-)).
Wie siehts aus, wer erklärt sich bereit, es mal auszuprobieren und hier (oder per Mail) davon zu berichten??? Traut Euch!!!

Vielleicht funktioniert es sogar, die eigene +Motivation (z.B. für eine +Diät oder ein )hilfreiches +Coaching) in Gang zu bringen, wenn wir jeden Morgen auf die von Cuddy beschriebene Art und Weise ein bisschen mehr Testosteron in unseren Kreislauf pumpen (aber Vorsicht! Nicht zu viel... sonst schubsen wir noch unseren Chef vom Sessel...:-))


Montag, 16. Februar 2015

Ziele wirkungsvoll formulieren...

...damit wir sie erreichen können - ein Kernbestandteil des NLP.

Und - wie formuliere ich Ziele wirkungsvoll?

Ich habe momentan zwei Ziele:
-Abnehmen und - im Rahmen der "7 - Wochen - ohne " - Aktion der Evangelischen Kirche - mindestens in der Fastenzeit nicht mehr "urteilen" (für weniger trivialbuddhistisch Angehauchte: lästern). 

Ziel 2: Ich gehe mir selber auf die Nerven damit, dass ich selbst harmlose Menschen, die mir im Straßenverkehr ohne böse Absicht die Vorfahrt nehmen oder die mir auf dem Waldweg in bester Absicht schon von Weitem zurufen: "Der Hund gehört an die Leine!" gleich mit einem Etikett versehen muss und dann geht die Emotionsmaschine in Gang: "Idiot!" und "Intoleranter Spießer" gehören zu meinen Urteilen und selbst an milderen Tagen kann mich jemand, der mir im Supermarkt an der Kasse den Karren in die Hacken schiebt schon zu fünfminütigen inneren Dialogen zum Thema "Die allgemeine Rücksichtslosigkeit der modernen Welt" bringen. Was wiederum meine Laune massiv verschlechtert und - ca. 1 Mio Meilen entfernt von Souveränität ist. Außerdem ist es natürlich richtig schlecht für mein Karma...:-) wenn ich immerzu - als sei ich der liebe Jesus oder Buddha oder Mutter Teresa persönlich - so tue als wisse ich immer, immer, was richtig und falsch ist... DAS will ich nicht mehr. Ich will NICHT MEHR LÄSTERN! 

Und? Klappt es? 

Nein, je mehr sich Aschermittwoch = Start der "Läster"-Fastenzeit nähert, umso mehr drängt es mich, hier noch was Bösartiges abzulassen und dort noch festzustellen, dass DAS MIR sicher nicht passiert wäre oder DIESES ja nun wirklich nicht gut geheißen werden kann usw. usw. usw.

Ziel 1: Und so verhält es sich mit dem
-Abnehmen: Ich habe schon abgenommen, ich weiß, wie es geht (Achtsamkeit ist auch hier die Lösung - einfach nur essen, wenn ich hungrig bin und so viel, bis ich satt bin), die Maßlosigkeit meines Essens geht mir entsetzlich auf den "Keks" - aber mir geht auch sehr auf die Nerven, immer wieder zu denken: "Ich will nicht mehr so viel essen...!" (in 200 sprachlichen Varianten). Weil sich dann sofort irgendwo in meinem Inneren ein - stummer - Widerspruch regt: "Phhh!" (trotzig) ist ungefähr die verbalisierte Form davon. 


Immer, wenn dieses Phhhh!!! kommt, habe ich das sofortige und gierigste Bedürfnis, meinen Mund wie ein Kuckucksvogelkind im Meisennest aufzusperren und alles Essbare im Umkreis von 10 Metern HI - NEIN - ZU -STOP - FEN!!!

Ha! Sagt die NLPlerin in mir, kein Wunder. Du solltest vielleicht mal schauen, was überhaupt Dein
-ZIEL ist. Bisher hab ich nur gehört, was Du NICHT mehr willst. (Würdet IHR einem Wegweiser folgen, der mitten am Potsdamer Platz in Berlin steht und auf dem man lesen kann: "Hier gehts raus aus Berlin!"?)


Versuchen wirs doch mal mit dem Formulieren eines wohlgeformten Ziels für "Nicht mehr lästern"

Lösungsorientierte Frage: Was willst Du denn stattdessen?

- Ich will fremde Menschen und auch FreundInnen und Verwandte unvoreingenommen und mit offener, wohlwollender Anteilnahme betrachten: Ah, so seid Ihr also gerade drauf, interessant! Was passiert wohl als Nächstes? Was möchte ich jetzt tun (meine Interessen anmelden, schweigen, drüber nachdenken... etc.)

Kann ich das Ziel aktiv erreichen? 

- Ja, natürlich, denn - auch wenn andere sich "komisch" verhalten, mein Urteil ist auch wirklich nur MEIN Urteil. Also liegts an mir, das zu ändern.

Welchen Preis muss ich für das Erreichen des Ziels bezahlen? 

- OH, jetzt kommen wir den Einwänden näher, denn was gibts Schöneres, als mit Freundinnen oder meiner Tochter oder meinem Mann, über Menschen, die uns "geärgert" haben abzulästern? Bisher sah ich das als gewaltfreie Form des Aggressionsabbaus - andernfalls ich die Leute vielleicht ... schlagen? würde. Und es stellt natürlich superviel Gemeinsamkeit her, miteinander zu lästern und sich der eigenen .. Überlegenheit zu vergewissern. Dafür müsste ich einen Ersatz finden. Und das auch noch meinen FreundInnen, unter denen ich als besonders spitzzüngig (und witzig!) gelte, klar machen. Okay, also über den Preis muss ich nachdenken.

Sind alle in meinem Umfeld bereit, dieses neue Verhalten mitzutragen?

- Wahrscheinlich - s.o. - erstmal mit Verblüffung und Unglauben. Dann... ich muss es vielleicht einfach transparent machen...

Welches Ziel steht HINTER dem Ziel "nicht mehr lästern"?

- Nun... ich denke schon, dass ich dadurch ein besserer Mensch werde, aber zunächst auch ein (noch) besserer - wenn ich nicht nur für den Zeitraum des sondern auch darüber hinaus die Landkarten von anderen vor allem als Bereicherung sehe und erkennen lerne, wie viel Lösung selbst im "problematischsten" Verhalten steckt, dann werde ich Menschen noch besser als bisher unterstützen können, ihre Ziele zu erreichen.

Ist das Ziel in genügend kleine Schritte unterteilt? Wie konkret ist es? 

- Erstmal die sieben Wochen der Fastenzeit, dann wird evaluiert... Und als Begleitung wähle ich Euch, liebe LeserInnen... und meine Familie, der ich die konkrete Ergebnisse berichte.

Und jetzt... kommt ein kleiner Trick, die Wunderfrage nach Steve de Shazer: Wenn heute Nacht eine Fee kommen würde und Dich mit ihrem Glitzerstab berührte und morgen... ist das Problem gelöst, das Ziel erreicht - was wäre das Erste, das Du fühlen, sehen,sagen, hören würdest?

(Dazu gibts hier Ende der Woche einen Podcast.)

Auf jeden Fall ist mir jetzt klar, wie es gehen KANN, dass ich dieses ZIEL erreiche:
Positiv formulieren,
aktive Erreichbarkeit überprüfen
den Preis dafür erkennen und bezahlen
das Umfeld mit einbeziehen
das große
-Ziel darüber finden und formulieren

die einzelnen Schritte erkennen und benennen
konkrete Zeiten und Tätigkeiten festlegen, einen Mentor finden
das mit allen Sinnen vorweg nehmen...

So geht das also im NLP - Coaching: Wohlgeformte Ziele formulieren!



Zur Erreichung dieses Ziels muss - sprichwörtlich - noch ne Menge Holz gehackt werden - bisher war ich eine ziemliche Holzhackerin...